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    Angekommen im Paradies

    Im Dezember 2016 bin ich über die Weihnachtszeit auf die Seychellen geflogen. Es waren drei Tage auf Praslin und drei weitere Tage auf Mahé geplant. Die Appartements und Transfers hatte ich über SeyVillas gebucht. Das Team von SeyVillas hatte mir auch den entscheidenden Tipp gegeben, mich in der Winterzeit lieber an der Ostküste einzuquartieren. Das sollte sich als goldrichtige Entscheidung herausstellen. Der Wetterbericht ließ allerdings wenig Gutes erahnen. Regen und Gewitter die ganze Zeit - das waren ja tolle Aussichten.

    Meine Ankunft

    Als ich dann am 22.12. morgens auf Mahé landete, war es tatsächlich etwas verregnet, aber dafür warm. Die Abfertigung am Flughafen dauerte ca. eine halbe Stunde. Am Ausgang wartete schon das Team von Creole Travel Service auf mich, die auf den Seychellen die Abwicklung der gebuchten Transfers übernahmen. Ein Fahrer zeigte mir den Bus, in den ich einzusteigen hatte und auch, wo ich noch eben schnell Geld abheben konnte. Das klappte ja schon mal hervorragend.

    Die Busfahrt zum Jetty in Victoria dauerte ca. eine halbe Stunde. Am Jetty ging ich zum Creole Team, die mir dort mein Ticket für die Fähre aushändigten, das Gepäck wurde auch gleich aufbewahrt. Alle waren total hilfsbereit, wenn ich nicht gleich wusste wohin. Ich hatte noch etwas Zeit für die Fähre und frühstückte erst einmal in einem benachbarten Restaurant. Es gab Rührei und Kaffee für ca. 140 SR, das sind ca. 10 €. Man sollte wissen, dass man auf den Seychellen fast ausnahmslos Instant Kaffee bekommt.

    Praslin

    Die Überfahrt nach Praslin mit der Fähre dauerte ca. eine Stunde und mittlerweile brachen die Wolken auf und die Sonne schien. Das nenne ich einen guten Start in den Urlaub. Auf Praslin angekommen ging ich wieder zum Creole Team, die mir dann den Bus für die Weiterfahrt zum Appartement zuwiesen. Hier bekam ich auch die Daten für die Rückreise nach Mahé und einen Zettel mit dem Hinweis, dass mich am Abend noch eine Mitarbeiterin von Creole besuchen würde, um sich nach dem Rechten zu erkundigen. Recht war mir das eigentlich nicht, denn ich war hundemüde. Dennoch war es top organisiert.

    Es war bereits so herrlich warm und die Insel gefiel mir jetzt schon. Die Fahrt dauerte ca. 10 Minuten. Mein Appartement war die Acquario Villa. Sie liegt oberhalb der Anse Volbert (Cote d'Or) direkt an der Straße. Dort angekommen wurde ich von einer Dame an der kleinen Rezeption empfangen. Eine andere Dame brachte mir einen frisch-gepressten Fruchtcocktail - toll, noch ein schönes Erlebnis. Mein Appartement war riesig. Ich hatte einen Schlafraum mit Bad sowie einen Wohn-/Essbereich mit eigenem Kühlschrank, den ich mir mit einem anderen Zimmer hätte teilen müssen. Aber zu Glück war niemand anderes da. Dazu gehörte auch eine schöne Terrasse mit Liegestühlen und Sitzecken sowie ein Wäscheständer - perfekt!

    Mein Zimmer hatte den Anschein, als wäre es eine Honeymoon-Suite. Handtücher zu Schwänen gefaltet und mit Blüten überdeckt. Mh, ob die wohl nicht wussten, dass ich alleine reise? Na egal, es sah toll aus! Als erstes schnappte ich mir meine Badehose und lief zum Strand runter. Das dauerte keine Minute und ich hatte einen traumhaften Strand fast für mich alleine.

    ImageDer obere Teil der Anse Volbert - Wahnsinn ImageDie Schwäne in meiner „Honeymoon Suite“ ImageMeine Terrasse im Acquario Guesthouse ImageZimmer Acquario Guesthouse Begrüßt wurde ich am Ufer von zwei kleinen Stachelrochen, die sich im Sand etwas vergraben hatten. Wow. Ich ging sofort ins Wasser und war begeistert. So herrlich warm und dieses atemberaubende Panorama. Unglaublich. Das musste wohl das Paradies sein. Den Rest des Nachmittages verbrachte ich dann auch gleich hier. Auf einer Liege direkt am Strand ruhte ich mich ein wenig aus und genoss diesen unvergleichlichen Ausblick unter Palmen.

    ImageBlick auf die Anse Volbert Etwas später fand ich etwas weiter südlich das Café des Art. Hier gönnte ich mir einen Kaffee, der mit 75 SR zu Buche schlug. Fünf Euro, aber dafür guter Kaffee. Auch fand ich eine günstige Alternative zu den doch recht teuren Buffets (500 SR). Direkt an einem Supermarkt am unteren Ende des Strandes stand ein Take-Away, das ein paar leckere Menüs für 75 Rupien hatte. Das reichte mir allemal. Im Supermarkt holte ich mir noch ein Bier für ca. 3 € (32 SR). Der Abend war also günstiger, als geplant. Wieder mal alles richtig gemacht. Zum Trinken hatte ich mir auch eine Flasche Wasser gekauft, die ich dann während der ganzen Reise über immer wieder aufgefüllt hatte. Das Wasser dort hat eine sehr gute Trinkqualität. Ich hatte auch keine Anzeichen von Übelkeit oder Ähnlichem.

    Den Abend ließ ich dann ganz besinnlich auf meiner Terrasse ausklingen. Pünktlich um 19 Uhr kam aber wie angekündigt noch Sabrina, die Dame von Creole Travel Service, um sich zu erkundigen, ob alles zu meiner Zufriedenheit wäre und ob ich evtl. an Exkursionen interessiert sei. Das war ich aber nicht und so fuhr sie auch schnell wieder von dannen. Danach war ich wirklich sehr müde und ging zu Bett. Man sollte an dieser Stelle zwei Dinge erwähnen. Zum einen gibt es kaum Moskitos oder ähnlich lästige Insekten, zum anderen aber fahren auch abends noch recht viele Autos und Hunde bellen auch gerne mal. Wer mit Ohrstöpseln gut schlafen kann, sollte diese auch nutzen, auch weil das Gebläse der Klimaanlage etwas stören könnte.

    Am nächsten Morgen gab es im hauseigenen Restaurant ein recht sättigendes Frühstück. Es bestand aus sehr viel Obst, Saft, Joghurt, Toast mit Marmelade und Käse sowie dem üblichen Instant-Kaffee oder Tee. Es war komplett ausreichend. Danach wollte ich ein wenig schnorcheln. Gleich am Strand gibt es eine Tauchschule (Whitetip). Hier kann man sich für 10 € plus 200 SR Insel Tax, auf die Insel St. Pierre mitnehmen lassen. Das Personal ist absolut professionell und ist sehr hilfsbereit. Meinen Namen, sowie die aller anderen Mitfahrer hatten sie sich auf Anhieb gemerkt. So wie schon oft berichtet worden ist, war der Schnorchelgang nicht sehr lohnenswert. Die Korallen waren fast alle abgestorben. Fische gibt es aber dennoch viele zu sehen, wie auch Rochen und mit etwas Glück ein paar Riffhaie. Aber für diesen Preis konnte ich nichts verkehrt machen. Einen Hai zu sehen ist dann doch sehr entschädigend. Wer hier tauchen möchte, wird allerdings enttäuscht sein.

    Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder am Strand. Am nächsten Tag stand ein Besuch der berühmten Anse Lazio auf dem Plan und so machte ich mich mit meiner Schnorchelausrüstung auf den Weg gen Norden. Auch hier sollte man erwähnen, dass es auf den Seychellen keine Fußwege gibt und die Straßen am Rand stumpf aufhören bzw. es danach nach unten geht. Wer sich also auf den Fußweg macht, sollte vorsichtig laufen und zwar nicht gerade mit Flip Flops.

    Auf meiner ca. 6-7 km langen Strecke kam ich noch an der Anse Possession vorbei. Diese lag auch in einer Bucht. Der Strand war aber nicht gerade sehr einladend. Etwas weiter entfernt so nach 4 km kommt dann die wunderschöne Hotelanlage des Raffle Resorts. Hier gibt es auch einen Fußweg weiter zur Anse Lazio. Ab hier wurde es dann nur noch traumhaft. Am Hotel gab es einen erstklassigen Strand an dem ich erst einmal eine Rast machte, um mich ein wenig auszuruhen. Als ich sah, dass hier auch einige der Gäste schnorchelten, probierte ich es auch aus. Was soll ich sagen. An diesem Strand gab es nach ca. 10 m im Wasser das beste Riff der ganzen Insel. Ein intaktes Riff mit einer prachtvollen Artenvielfalt an Fischen. Wahnsinn. Der Strand liegt an der Anse Boudin und war einer der schönsten, die ich gesehen hatte.

    ImageAnse Boudin am Raffles Resort Nach diesem Erlebnis hatte ich eigentlich gar keine Muße mehr noch an die Anse Lazio weiter zu gehen. Was sollte denn noch besser werden? Und so kam es auch wie gedacht. Die Anse Lazio war zu dieser Jahreszeit alles anderen als ein ruhiges Gewässer, es herrschte ziemlicher Wellengang.

    ImageAnse Lazio, Praslin Und so drehte ich auch direkt nach zwei Minuten wieder um und ging zurück an meinem Traumstrand. Am Abend gab es dann wieder Essen vom Take-Away, bei dem ich mich bereits am Vorabend schon erneut angekündigt hatte. Die Gegend um sie Anse Volbert ist wirklich ein Traum, da sie gesaumt ist mit Ferienhäusern, Restaurants und Hotels. Hier kann man es am Abend ebenfalls gut aushalten und dem Meeresrauschen lauschen.

    Mahé

    Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach Mahé. Pünktlich wie vereinbart stand mein sehr komfortables Taxi vor der Tür, um mich zum Jetty zu bringen. Der Abschied von der Insel Praslin fiel mir an dieser Stelle doch recht schwer. Hier war die Welt noch in Ordnung.

    Eine knappe Stunde später war ich dann so gegen halb neun wieder auf Mahé angekommen, wo auch schon Richard auf mich wartete, um mir meinen Mietwagen zu übergeben, den ich mir vorab gebucht hatte. Auch diese Abwicklung verlief perfekt. Er erinnerte mich auch noch einmal an das Linksfahren. Zum Glück war es der 25.12. und die Straßen waren total leer. Einen besseren Einstige zum Linksfahren konnte ich mir gar nicht aussuchen. Mein erstes Ziel war die nah gelegene Beau Vallon, dem bekanntesten Strand auf Mahé. Aber auch hier herrschte wie angekündigt ein etwas höherer Wellengang. Sehr viel mehr gab es auch hier nicht zu sehen und so fuhr ich nach einem kurzen Tankstop wieder zurück nach Victoria, um von dort aus zu meinem nächsten Appartement an der Anse Royale zu fahren. Getankt hatte ich für 200 Rupien. Das langte für eine Inselerkundung komplett aus. Die Mietwagen werden auch leer wieder abgegeben.

    ImageIch am Strand von Beau Vallon Mahé ist sogar noch hügeliger als Praslin. Wirklich sehr viel Natur und wenig Eingriffe in die Selbige. Das war schon toll. Aber das Autofahren ist wirklich eine Kunst. Man sollte tunlich immer die Augen auf der Straße haben, denn auch hier ging es am Rand einfach mal eben runter. Diesen Fehler macht man nur einmal. Zudem ist es sehr kurvig und bergig. Nach ca. einer Stunde erreichte ich meine Ziel - die Charlotte Villa in Bougainville. Zum Glück wies mich ein Schild an der Straße darauf hin. Das Appartementhaus liegt etwas oberhalb und so hatte ich von meinem neuen Zimmer aus auch direkt wieder den Blick aufs Wasser.

    ImageBlick von der Charlotte Villa Charlotte begrüßte mich recht herzlich und zeigte mir alles. Es war ein sehr großes Haus mit vier oder fünf Zimmern für Gäste. In der Küche des Hauses kann man sich auch etwas zu essen zubereiten. Freies W-LAN gab es dazu auch noch. Ansonsten ist Internet auf der Insel so eine Sache. Es ist sehr langsam und sehr teuer. In anderen Gästehäusern zahlt man gern 5€ die Stunde. Ich konnte aber auch gut darauf verzichten, mal ein paar Tage nicht online zu sein.

    Nach meiner Ankunft fuhr ich erst mal an die Westküste quer rüber an die Anse Soleil. Auch dieser Strand sollte sehr toll sein zum Schnorcheln. Aber auch hier war der Wellengang recht hoch. Das Café, welches sich direkt am Wasser befindet und wovon ich mir etwas mehr versprochen hatte, war eher eine kleine gastronomische Einrichtung. Ganz nebenbei bemerkt, gibt es diese Art von Cafés, wie wir sie sonst kennen, hier nicht. Nach einem sehr schrecklichen Kaffee fuhr ich dann weiter gen Norden an der Westküste entlang, um mir auch diesen Teil der Insel noch etwas anzusehen.

    Etwas weiter oben bog ich irgendwann wieder rechts ab und landete nach irren Kurven und Bergfahrten wieder in Victoria. Die Beschilderungen an den Straßen waren wirklich schlecht. Aber vielleicht war es auch gut gewesen, keine andere Ausfahrt genommen zu haben. Die Straßen sind teilweise doch sehr abenteuerlich. Also schaute ich mich noch einmal in Victoria um. Aber hier gab es aufgrund des Feiertags nichts zu sehen. Alle Geschäfte hatten zu. Und so viel gibt es in Victoria auch nicht zu sehen. Das einzig Interessante war der Markt, den ich zwei Tage später noch einmal besuchte.

    So machte ich mich erst mal wieder auf den Heimweg. An der Anse Royale gibt es ein Restaurant namens Le Dolphin. Etwas weiter südlich an der Anse Baleine gibt es das Surfers. Beide ähnlich aufgebaut. Auch hier gibt es Essen in Buffetform für ca. 500 SR. Beide hatten allerdings wegen Weihnachten zu. Zu meinem Glück wurde ich aber zusammen mit einem anderen Gast von Charlotte zum Essen eingeladen. Es gab Red Snapper. Als wenn es Schicksal gewesen wäre. Diesen Fisch wollte ich unbedingt probieren. Es war so mega lecker. Dazu gab es Brotfrucht und etwas Salat. Toll.

    Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück wieder mal zu Fuß an die Anse Royale. Auch hier an der Ostküste sehr flaches Wasser und auch hier viele Fische, die sich im Seegras tummelten. Auch dieser Strand war mit der Schönste um diese Jahreszeit.

    ImageAnse Royale / Anse Balaine Wer nicht mit dem Auto fahren möchte, kann hier auch mit dem Bus fahren. Das ist ein wirkliches Abenteuer. Die Busse sehen aus, als wären sie in den 50ern aus dem Verkehr gezogen worden. Der Fahrstil der Fahrer tut dann sein Übriges. Wer auf Roller Coaster steht, kommt voll auf seine Kosten. Eine Fahrt kostet auch nur 5 SR. Das sind gerade mal 35 Cent. Mit der Linie 5 kommt man nach Victoria. Die Busse fahren bis in den frühen Abend hinein und sind auch sehr pünktlich. So brauchte ich das Auto dann auch nur noch für meinen Weg zurück zum Flughafen.

    Abschließend kann ich sagen, war die Wahl der Seychellen ein Volltreffer. Bis auf einen Nachmittag gab es, gegen aller Annahmen, traumhaftes Wetter mit vereinzelten Wolken, die dann auch gut taten. Bei meiner nächsten Reise hierher muss ich auf jeden Fall noch La Digue sehen. Es hat einfach alles super perfekt gepasst und geklappt. Den Mietwagen musste ich nur noch auf dem Parkplatz am Flughafen abstellen und dann auf meinen Flieger warten. Die übrigen Rupien konnte ich dort am Schalter in Dirham tauschen, da ich auf dem Rückweg noch drei Tage in Dubai geblieben bin.

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  • Image von Sven Jever, Deutschland